Nachtschreck bei Kindern: Ursachen, Symptome, Therapie, Vorbeugen

Bei Eltern gehen die Alarmglocken an, wenn nachts aus dem Kinderzimmer plötzlich laute Schreie ertönen. Eben lag das Kind noch friedlich schlafend im Bettchen, nun schreit, schlägt und tritt es um sich, zeigt sich voller Angst und Panik. Trotz geöffneter Augen scheinen betroffene Babys und Kinder die Umgebung nicht wahrzunehmen, denn sie lassen sich nicht wecken, beruhigen oder trösten.

Bei diesen Zeichen handelt es sich höchstwahrscheinlich um das Phänomen Nachtschreck, eine der häufigsten Schlafstörungen im Kindesalter. Die Momente während eines Nachtschrecks fühlen sich für Eltern endlos und stressig an, aber nach wenigen Minuten endet der Spuk, das Kind schläft schnell wieder ein und erinnert sich am nächsten Morgen auch gar nicht mehr an die nächtliche Eskapade.

Eltern sind nach so einer Episode meistens sehr besorgt, haben viele Fragen und Bedenken zum Thema Nachtschreck. Das Wissen um die Ursachen, Konsequenzen und die Unterschiede zu anderen ungewöhnlichen Schlafverhalten bei Kindern können Eltern dabei helfen, diese stressigen Momente besser zu verstehen und ihr Kind bestmöglich zu unterstützen. Was also steckt hinter dem Nachtschreck?

Was ist Nachtschreck?

Pavor nocturnus ist der medizinische Fachbergriff für Nachtschreck, Nachtterror (night terror), Angstschreck, Schlafschreck oder Inkubus. Das nächtliche Phänomen gehört wie Schlafwandeln, Reden im Schlaf oder Schlaflähmung zu den sogenannten Parasomnien, bei denen es zu unbewussten und ungewollten Verhaltensauffälligkeiten während der Nacht kommt.

Der Angstschreck gehört zu den häufigsten Aufwachstörungen im Kindesalter: Der Körper ist schon wach und bewegt sich, das Bewusstsein steckt aber noch mitten im Schlaf.

Beim Nachtschreck handelt es sich um eine Art Erregungsstörung, die während der Non-REM-Schlafphase (NREM) auftritt, also normalerweise in den ersten 3 bis 4 Stunden der Nacht. Kinder, die Nachtangst erleben, beginnen plötzlich im Schlaf zu schreien und wild um sich zu schlagen, zeigen mit weit aufgerissenen Augen Anzeichen von Angst. Nach etwa 10 bis 15 Minuten enden die meisten Episoden, bei einigen Kindern kann der albtraumartige Nachtschreck aber auch 30 bis 40 Minuten andauern.

Im Anschluss daran schlafen die Kinder in der Regel tief und fest weiter. Tatsächlich sind sie während der Episode auch gar nicht richtig wach geworden. Beruhigend für Eltern betroffener Kinder ist die Tatsache, dass der Nachtschreck bei Kindern kein Ausdruck einer psychischen Störung ist und auch keine traumatischen Folgen nach sich zieht.

Was passiert eigentlich beim Nachtschreck?

Die Ursache für Pavor nocturnus liegt wohl im Bereich unseres zentralen Nervensystems (ZNS). Bei Säuglingen, Babys und Kleinkindern ist das ZNS noch nicht voll entwickelt. Während des Schlafs kann daher eine Überreizung beim Übergang von der Non-REM-Phase (Tiefschlafphase) in die REM-Phase (Traumschlafphase) den nächtlichen Terror hervorrufen. Mehr Informationen zu den verschiedenen Schlafphasen gibt es hier.

Sobald das ZNS ausgereift ist, verschwindet meistens auch die Schlafstörung.

Nachtschreck beim Mittagsschlaf?

Wie der Name schon vermuten lässt, treten Episoden des Nachtschrecks in der Regel nachts auf. Trotzdem kann es passieren, dass kleine Kinder auch während des Mittagsschlafs panikartige „Nachtschreck“-Attacken erleben. Schlafmediziner*innen bezeichnen diese sehr seltene Form als Tagangst oder Pavor diurnus.

Häufigkeit: Wer ist von Nachtschrecken betroffen?

Die Häufigkeit von Pavor nocturnus kann schwer vorhergesagt werden. Bei einigen Kindern tritt das Phänomen sehr selten auf, andere wiederum können ein oder zwei Episoden im Monat erleben. Nachtschrecken können Menschen jeden Alters betreffen, treten jedoch eher bei Babys und kleinen Kindern in den ersten Lebensjahren auf als bei Jugendlichen oder Erwachsenen. Jungs sind im Vergleich etwas häufiger betroffen als Mädchen. Im Erwachsenenalter gibt es keinen Unterschied zwischen beiden Geschlechtern.

Nachtschreck bei Kindern

In welchem Alter Nachtschreck bei Kindern am häufigsten auftritt, ist nach wie vor nicht eindeutig geklärt. Meistens wird angegeben, dass die Episoden am häufigsten zwischen 4 und 12 Jahren auftreten und spontan in der Pubertät wieder verschwinden. Eine neuere Studie zeigte aber auch, dass bei 35 % der Kinder das Alter für die meisten Episoden von Angstschreck 1,5 Jahre war.

Nachtschreck bei Jugendlichen

Das Auftreten von Pavor nocturnus bei Kindern über 12 Jahren scheint selten zu sein, obwohl es an wissenschaftlichen Beweisen fehlt. Die meisten Jugendlichen, die in der Vergangenheit unter Nachtschreck litten, haben die Parasomnie in der Pubertät überwunden. Nur 4 % der Jugendlichen erleben ab und an einen Nachtschreck. 

Ein erneuter Ausbruch der Nachtangst bei Teenagern kann mit einem Trauma oder einer psychiatrischen Störung im Zusammenhang stehen. Auch in bestimmten sozialen Situationen, z.B. Übernachtungen bei Freunden, können Teenager in diesem oftmals so schwierigen Alter Ängste und Verlegenheitsgefühle empfinden. In so einem Fall kann ein Arztbesuch hilfreich sein, um die Auslöser zu identifizieren.

Nachtschreck bei Erwachsenen

Erwachsene erleben Pavor nocturnus deutlich seltener als kleine Kinder. Nur 2,2 % der Erwachsenen und weniger als 1 % der über 65-Jährigen berichten von Nachtangst. Litten Erwachsene in ihrer Kindheit unter Nachtschreck, könnte ein erneutes Auftreten im Erwachsenenalter durch Stress, Schlafmangel oder im Rahmen von anderen Schlafstörungen ausgelöst worden sein.

Bei Jugendlichen und Erwachsenen ist der Nachtschreck besonders besorgniserregend, weil ein größeres Risiko für Verletzungen für sich selbst oder die Menschen in der unmittelbaren Umgebung besteht. Während einer Episode kann es immer auch zu gewalttätigen Verhaltensweisen kommen. Da das Bewusstsein während der Episode allerdings noch schläft, können sich die Betroffenen am nächsten Morgen an nichts erinnern.

Nachtschreck: Ursachen

In den meisten Fällen ist der Nachtschreck ein stressiger Schreck, aber laut Schlafforscher*innen immerhin nur ein harmloses Phänomen. Wie bei anderen Parasomnien auch, gibt es Hinweise, dass Nachtschreck eine genetische Komponente hat und daher eher bei Personen auftritt, deren Eltern oder Geschwister ebenfalls unter Pavor nocturnus litten bzw. leiden.

Darüber hinaus wurde beobachtet, dass Menschen mit anderen Schlafstörungen wie nächtliches Asthma, Schlafapnoe-Syndrom oder Restless-Legs-Syndrom öfter an Nachtschreck erkranken. Insbesondere die obstruktive Schlafapnoe (OSA), eine Atemstörung, tritt bei über der Hälfte der Kinder auf, die wegen Nachtschrecken in der Kinderarztpraxis erscheinen.

Bei Kindern gibt es generell keinen signifikanten Zusammenhang zwischen Nachtschreck und psychischen Störungen. Bei Erwachsenen sieht es jedoch anders aus. Bei Erwachsenen hält der Pavor nocturnus über längere Zeit an und ist mit psychischen Störungen wie z.B. mit einer generalisierten Angststörung oder einer posttraumatischen Belastungsstörung verbunden.

Zudem gibt es eine Vielzahl an Faktoren, die den Nachtschreck auslösen können. Dazu gehören:

  • Fieber, fieberhafte Erkrankungen
  • Schlafentzug, Schlafmangel, Müdigkeit
  • Ängste bei Kindern (Trennungsängste)
  • Emotionale Belastung, Konflikte, Stress
  • Störungen des Schlafrhythmus
  • Bestimmte Medikamente
  • Alkoholkonsum und Missbrauch
  • Migräne, Kopfschmerzen
  • Kopfverletzungen
  • Aufregung, Ereignisse und Eindrücke am Tag
  • Übernachtung in fremder Umgebung

Nachtschreck: Symptome

Wie äußert sich ein Nachtschreck? In der Regel tritt der Nachtterror in der Zeit vor Mitternacht in der Non-REM-Phase auf. Die Episode beginnt meistens damit, dass sich Betroffene im Bett aufsetzen und mit weit aufgerissenen Augen einen lauten, durchdringenden und panischen Schrei von sich geben. Das Gesicht zeigt einen Ausdruck der Angst und Panik. Begleitet werden die Symptome von heftigen Bewegungen, Toben, Treten oder Schlagen, von Weinen oder lauten Rufen.

Auf körperlicher Ebene treten starke Symptome der Erregung und Angst auf. Dazu gehören eine schnelle Atmung, ein beschleunigter Herzschlag, teilweise starkes Schwitzen, erweiterte Pupillen sowie Verspannungen in der Muskulatur.

Auf äußerliche Reize reagieren Babys und Kinder während der Episode nicht, auch wenn sie offene Augen haben. Es scheint so, als würden sie durch die Eltern hindurchschauen. Sie reagieren daher auch nicht auf Trost oder Beruhigung durch die Mutter oder den Vater und lassen sich auch nicht aufwecken.

Der Nachtschreck endet von alleine wieder. Bis der Spuk vorbei ist, können schon mal 15 Minuten vergehen – eine lange Zeit für besorgte und schockierte Eltern. Immerhin schläft das Baby oder Kind hinterher friedlich weiter, als wäre nicht passiert. Und so ist es auch für Menschen mit Nachtschreck am nächsten Morgen. Charakteristischerweise erinnern sie sich an nichts, weder an das nächtliche Erwachen noch an die nächtliche Angst.

Nachtschreck: Wann zum Arzt?

Es ist nachvollziehbar, dass Eltern besorgt sind, wenn sie einen Nachtschreck zum ersten Mal bei ihrem Baby oder kleinen Kind erleben. Wie schon erwähnt, besteht kein Grund zur Sorge: Der Nachtschreck ist in der Regel vollkommen harmlos und die meisten Kinder wachsen ohne Behandlung aus den nächtlichen Terrorepisoden heraus.

In bestimmten Fällen solltest Du aber trotzdem aufmerksam werden und ärztlichen Rat einholen:

  • Episoden treten häufiger als zweimal pro Woche auf
  • Episoden führen zu Verletzungen oder zu einem stark erhöhten Risiko für Verletzungen
  • Nachtschreck wird von anderen Parasomnien wie Schlafwandeln oder Schlafreden begleitet
  • Betroffene leiden unter Schlafstörungen, Tagesschläfrigkeit und Erschöpfung
  • Nachtschreck tritt erstmalig im Jugend- oder Erwachsenenalter auf
  • Nachtschreck bleibt auch nach der Pubertät bestehen
  • Kind ist allgemein sehr sensibel und ängstlich
  • Nächtliches Verhalten des Kindes erscheint besonders aggressiv
  • Nachtschreck tritt nach traumatischen Ereignissen auf
  • Es besteht eine diagnostizierte psychische Störung
  • Es besteht der Verdacht auf Epilepsie

Nachtschreck: Diagnose

Die Diagnose kann in der Regel von einem Kinderarzt oder einer Kinderärztin während des Erstgesprächs (Anamnese) gestellt werden, nachdem Du über die Symptome und das Schlafverhalten berichtet hast.

Der Arzt oder die Ärztin hat viele Fragen, die er oder sie im Gespräch abklären möchte. Dabei geht es u.a. auch um Einschlafrituale, Maßnahmen zur Schlafhygiene, wie so eine Nachtschreck-Episode bezüglich Häufigkeit, Symptomatik und Dauer abläuft oder wann das Phänomen zum ersten Mal auftrat.

Auch die Medikamentenanamnese und Familienanamnese kann wichtige Informationen zu den möglichen Ursachen für Pavor nocturnus bieten. Häufig wird auch das Führen eines Schlaftagebuchs empfohlen. Darin werden jede Nacht Bettzeit, Schlafdauer, Nachtschreck-Episoden, Albträume usw. protokolliert.

Um Störungen im Schlaf-Wach-Rhythmus zu erfassen, könnte auch eine sogenannte Aktigraphie eingesetzt werden. Mithilfe eines Geräts, das wie eine Uhr um das Handgelenk getragen wird, nimmt man permanent Aktivitäten und Ruhephasen während des Schlafs auf.

Bei der weiteren Diagnose stehen vor allen Dingen die Abklärung zwischen Nachtschreck und Albtraum sowie der Ausschluss von epileptischen Anfällen im Vordergrund.

Nachtschreck versus Albträume

Albträume und Episoden des Nachtschrecks können für Laien im ersten Moment leicht verwechselt werden. Kinderärzt*innen können die beiden Phänomene hingegen leicht erfassen und unterscheiden.

Sowohl Albtraum als auch Nachtschreck kommen besonders häufig in der Kindheit vor. Schlafforscher*innen schätzen, dass etwa 10 bis 15 % der Kinder im Alter von 3 bis 5 Jahren schwerwiegende Albträume haben. Nachtschreck tritt im Vergleich seltener auf. So liegt die Prävalenz bei Kindern bei 1,5 bis 6 %.

Albträume sind unangenehme, beängstigende und böse Träume, die uns emotional in Stresszustände versetzen. Im Gegensatz zum Nachtschreck treten die Albträume normalerweise während des REM-Schlafs auf, der durch die schnellen Augenbewegungen charakterisiert ist, die als Rapid-Eye-Movement bezeichnet werden. Die REM-Phase ist unsere Traumschlafphase.

Häufig können wir uns an Details oder Gefühle des Albtraums erinnern und manche Themen werden sogar zu wiederkehrenden Träumen. Im Gegensatz zu einem Albtraum können sich betroffene Kinder bei einem Nachtschreck nicht an die Geschehnisse in der Nacht erinnern. Sie schlafen im Anschluss an die Episode einfach weiter.

Ausschluss epileptischer Anfälle

Ähnlich wie bei anderen Parasomnien wie z.B. Schlafwandeln, können sich hinter dem Verhalten von Pavor nocturnus auch kurze epileptische Anfälle, sogenannte Petit-Mal-Anfälle verbergen. Ein epileptischer Anfall kann sich auf unterschiedliche Weise zeigen. Charakteristisch sind Symptome wie Krämpfe, Zuckungen und kurze Bewusstseinsverluste. Betroffene sind für kurze Zeit nicht mehr ansprechbar und reagieren nicht auf die Umwelt. Ein einzelner epileptischer Anfall dauert üblicherweise ein bis zwei Minuten.

Besteht der Verdacht auf eine Epilepsie, kommen zur Abklärung weitere diagnostische Verfahren zum Einsatz. Mit einer Polysomnographie im Schlaflabor können solche epileptischen Anfälle oder auch andere Schlafstörungen wie das Restless-Legs-Syndrom oder Schlafapnoe-Syndrom festgestellt oder eben auch ausgeschlossen werden. Daraufhin kann eine Überweisung zu einem Spezialisten nötig werden.

Für eine Polysomnographie verbringen Patienten die Nacht in einem Schlaflabor. Sie werden mit Messgeräten verkabelt, die die Hirnströme, Herzfrequenz, Atmung, Sauerstoff- und Kohlendioxidkonzentration im Blut während des Schlafs aufzeichnen. Das alles wird on top mit einer Videokamera überwacht. Dadurch können Augenbewegungen und andere Bewegungen sichtbar werden.

Nachtschreck: Therapie

Wie lässt sich Nachtschreck verhindern oder behandeln, damit auch Eltern wieder einen erholsamen Schlaf genießen können? In den meisten Fällen ist beim Pavor nocturnus keine bestimmte Therapie erforderlich.

Grundsätzlich ist es empfehlenswert, auf einen guten Schlaf und eine gute Schlafhygiene zu achten. Siehe dazu auch den nächsten Abschnitt „Prävention bei Nachtschreck: Tipps für den Alltag“. Darüber hinaus ist es besonders wichtig, die Eltern zu beruhigen und über das Thema Nachtschreck aufzuklären, damit sie wissen, wie sie mit den nächtlichen Anfällen umgehen können.

Verbergen sich hinter einem Pavor nocturnus große Ängste oder andere psychische Störungen, kann auch eine psychotherapeutische Unterstützung sinnvoll sein.

Beratung, Aufklärung und Beruhigung der Eltern

Pavor nocturnus kann Eltern einen gehörigen Schrecken einjagen. Für sie ist das Erleben solcher Horror-Nächte durch Nachtschreck sehr belastend. Sie machen sich Sorgen um ihr Baby oder Kleinkind, möchten es beruhigen und trösten, doch wie wir wissen, laufen alle Maßnahmen ins Leere. Von daher steht bei der Therapie von Pavor nocturnus die Beruhigung und Beratung der Eltern an erster Stelle.

Je mehr sie über das Thema Nachtschreck wissen, desto besser können sie das Phänomen einschätzen. Alleine die Information über die Harmlosigkeit der Parasomnie sorgt für große Erleichterung. Ebenso das Wissen darüber, dass das Phänomen in den meisten Fällen nur bis zur Pubertät anhält und dann der Vergangenheit angehört.

Kinder während des Nachtschrecks aufwecken – ja oder nein?

Wenn Dein Kind scheinbar große Angst hat und schreit, möchtest Du natürlich Trost spenden und dem Spuk schnellstmöglich ein Ende bereiten. Trotzdem solltest Du Dein Kind während der Episode nicht aufwecken, weil weitere Erregungsversuche die Dauer des Nachtschrecks verlängern können.

Mit solchen Aufweck-Aktionen erhöht sich außerdem die Gefahr, körperliche Reaktionen hervorzurufen und zur weiteren Verwirrung und Desorientierung beizutragen. So versuchen Kinder möglicherweise zu fliehen oder zu kämpfen, was wiederum zu versehentlichen Verletzungen der Familienmitglieder führen könnte. Weckst Du Dein Kind auf, fällt nach dem nächtlichen Aufwachen zudem das erneute Einschlafen sehr schwer. Trotzdem ist ein komplettes Ignorieren auch nicht die beste Lösung.

Was Du tun kannst: Bleibe in der Nähe Deines Kindes und achte darauf, dass es sich nicht verletzen oder irgendwo herunterfallen kann. Zum Glück sind die Episoden in den meisten Fällen kurz und Dein Kind wird schnell wieder einschlafen. So reagierst Du am besten:

  • Versuche, möglichst ruhig zu bleiben
  • Halte Dein Kind nicht fest, aber vermeide mögliche Verletzungen
  • Sprich ruhig, leise und beruhigend mit Deinem Kind
  • Beim zusätzlichen Schlafwandeln bringe Dein Kind behutsam ins Bett zurück
  • Erzähle Deinem Kind nichts von den nächtlichen Episoden, um keine weiteren Ängste auszulösen

Medikamentöse Behandlung bei Nachtschreck?

In nur sehr seltenen Ausnahmefällen ist eine medikamentöse Behandlung bei Pavor nocturnus angezeigt, schließlich handelt es sich beim Nachtschreck um eine harmlose Parasomnie. Mit Medikamenten kann der Nachtschreck nicht behandelt werden, nur die Symptome lassen sich lindern.

Die Einnahme von Arzneimitteln sollte daher immer von einem Arzt oder einer Ärztin sorgfältig abgewogen werden, weil die meisten Medikamente mit heftigen Nebenwirkungen einhergehen können.

Treten durch die Horror-Nächte Schlafstörungen auf, die wiederum den Alltag deutlich einschränken und den Leidensdruck für das betroffene Kind und die ganze Familie erhöhen, werden in der Regel Schlaf- und Beruhigungsmittel wie Benzodiazepine eingesetzt. Neben angst- und krampflösenden Eigenschaften entfalten sie auch eine entspannende Wirkung, weshalb sie auch als Tranquilizer bezeichnet werden.

Bei Pavor nocturnus werden, wenn überhaupt, nur niedrig dosierte Benzodiazepine verschieben, denn es besteht die große Gefahr, abhängig von dem Medikament zu werden. Daher sollten sie auch nur über eine kurze Zeit eingenommen werden.

Prävention bei Nachtschreck: Tipps für den Alltag

Kleinkinder, die oft gestresst oder permanent müde sind, neigen eher zum Nachtschreck und fürchten sich auch manchmal vor dem Einschlafen. In dem Fall können entspannende Einschlafrituale sehr hilfreich sein und das Kind beruhigen.

Einschlafrituale für Kinder umfassen z.B. feste und regelmäßige Schlafenszeiten, ein gemeinsames Lesen einer Gute-Nacht-Geschichte, Zeit zum Kuscheln, das Hören ruhiger Musik und Zeit zum Zuhören. Dann kann Dein Kind von den aufregenden Erlebnissen am Tag berichten. Wenn möglich, sollten keine Fernseher oder Computer im Kinderzimmer Platz haben.

Hier bekommst Du ausführliche Informationen zu Einschlafritualen bei Kindern und Tipps für eine gute Schlafhygiene.

Hilfreiche Tipps zur Nachtschreck-Prävention:

  • Übermüdung möglichst vermeiden
  • Mittagsschlaf einführen, um den Schlafmangel in der Nacht auszugleichen
  • Ausreichend Bewegung an der frischen Luft ermöglichen
  • Für einen ausgeglichenen, regelmäßigen Tagesrhythmus sorgen
  • Stress reduzieren, weniger Termine einplanen
  • Entspannungsmethoden für Kinder ausprobieren (Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training