Hausstauballergie – Symptome, Behandlung, Tipps

Hausstauballergie – Was tun?

Wusstest Du, dass sich in unserem Bett 10 Millionen Hausstaubmilben tummeln können? Zum Glück sehen wir diese mikroskopisch kleinen Spinnen nicht. Aber vielleicht kannst Du sie spüren: Schnupfen, Juckreiz oder Asthma sind nur einige Symptome, die diese ungebetenen Bettgesellen bei Hausstauballergikern auslösen können. Doch wie genau kommt es zu einer Hausstaubmilben-Allergie? Welche Anzeichen und Symptome treten dabei auf? Und vor allem, was hilft, um die allergischen Symptome wirksam zu bekämpfen? Hier verraten wir Dir, was Du gegen Hausstauballergie tun kannst – von der Vorbeugung bis zur Therapie.

Was ist eine Hausstauballergie?

Eine Hausstauballergie ist eine allergische Erkrankung, die meist schon im Kindes- und Jugendalter entsteht und neben Heuschnupfen zu den häufigsten Allergien zählt. Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass das Immunsystem übertrieben auf ein im Grunde harmloses Eiweiß im Milbenkot reagiert. Da Betroffene auf Bestandteile der Milben und nicht auf den Staub an sich reagieren, müsste man eigentlich von einer Hausstaubmilbenallergie sprechen. Im Volksmund wird diese Allergieform jedoch eher als Stauballergie oder Hausstauballergie bezeichnet.

Die allergische Reaktion bei Hausstauballergie

Der Auslöser der allergischen Symptome – das Allergen – wird mit der Atemluft inhaliert und gelangt so in den Körper. Daraufhin reagiert dieser verstärkt mit der Ausschüttung von Histamin. Dieser Botenstoff sorgt dafür, dass die Schleimhäute anschwellen, sich entzünden und dass vermehrt Schleim produziert wird. Das Immunsystem betrachtet das Eiweiß im Kot der Milbe als Gefahr für den Körper und bildet Antikörper, die die Substanz bekämpfen. Die Milbenallergie gehört zur Allergie vom Typ-1 (Sofort-Typ). Bei dieser Allergieform tritt die allergische Reaktion unmittelbar nach Kontakt mit dem Allergen ein. Bei anderen Allergie-Typen wie dem Typ 3-Allergien kommt es erst nach einigen Stunden zu einer allergischen Reaktion. Ein Beispiel hierfür sind Nahrungsmittelunverträglichkeiten.

Was ist eine Hausstaubmilbe?

Hausstaubmilben sind etwa 0,3 Millimeter kleine Spinnentiere, die neben unserem Bett und speziell der Matratze auch Polstermöbel wie Sofas, aber auch Kissen, Teppiche oder Decken bevölkern. Denn hier finden die für den Menschen mit bloßem Auge nicht sichtbaren Krabbeltiere ihre Lieblingsnahrung: die Hautschuppen, die wir Menschen täglich verlieren. Die Milben fühlen sich am wohlsten, wenn im Raum eine Temperatur von mindestens 25 Grad sowie eine hohe Luftfeuchtigkeit von 65-80% vorherrschen. Durch Bewegungen, etwa dem Aufschütteln der Bettdecke, wird der Milbenkot aufgewirbelt und heftet sich an den in der Wohnung vorhandenen Staub. Die feinen Staubpartikel atmen wir dann mit unserer Atemluft ein.

Wie häufig kommt eine Hausstauballergie vor?

Experten schätzen den Anteil der Menschen mit Milbenallergie hierzulande auf etwa 10%. Das bedeutet, dass in Deutschland etwa 8 Millionen Menschen an einer Hausstauballergie leiden. Nur die Zahl der Pollenallergiker ist noch höher. In den Industrieländern nimmt die Zahl der Allergiker schon seit Jahren zu. Dieser Trend wird sich laut Forschung auch in Zukunft fortsetzen.

Hausstauballergie Symptome

Die typischen Symptome, die bei einer Stauballergie auftreten, können sich je nach Patient unterscheiden. Folgende Symptome können Anzeichen einer Hausstaubmilbenallergie sein:

  • verstopfte Nase oder Fließschnupfen
  • häufiges Niesen
  • juckende, brennende oder gerötete Augen
  • Husten und Reizhusten
  • Räuspern
  • Engegefühl in der Brust
  • Atembeschwerden und allergisches Asthma
  • Juckreiz der Haut
  • Ekzeme (Ausschlag)
  • Neurodermitis
  • Nesselsucht
  • Quaddeln
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Verstimmtheit

Hausstauballergie und allergischer Schnupfen

Das zentrale Anzeichen für eine Milbenallergie ist, wenn Du morgens mit einer verstopften Nase aufwachst. Auch häufiges Niesen nach dem Aufstehen oder eine laufende Nase sind typische Anzeichen für eine Hausstauballergie. Im Gegensatz zu einer Erkältung tritt der Schnupfen das ganze Jahr über auf. So kannst Du ausschließen, dass es sich bei Deinem Schnupfen um eine gewöhnliche Erkältung handelt.

Hausstauballergie und Ausschlag

Bei vielen Betroffenen reagiert auch die Haut mit allergischen Symptomen. Vor allem Juckreiz, Hautrötung, Quaddelbildung und Ausschlag (Ekzem) sind typisch für die Hausstaubmilbenallergie. Die Haut juckt, wird aufgekratzt und entzündet sich. Im schlimmsten Fall entwickelt sich eine Neurodermitis (Haut entzündet sich an verschiedenen Stellen). Die Milben sind zwar nicht für die Neurodermitis verantwortlich, aber viele Neurodermitis-Betroffene leiden gleichzeitig auch unter einer Milbenallergie. Auch eine Nesselsucht kann durch eine Hausstaubmilbenallergie hervorgerufen werden. Dabei haben Betroffene einen Ausschlag auf der Haut, ähnlich dem, der bei Kontakt mit Brennnesseln auftritt.

Hausstauballergie und allergisches Asthma

Der Kot der Milben kann aber auch die Bronchien reizen und so bei Betroffenen zu allergischem Asthma führen. Bei vielen Menschen (20 bis 50%) tritt mit dem Fortbestehen der Hausstauballergie ein sogenannter Etagenwechsel auf. Dann reagiert nicht mehr die Nasenschleimhaut auf das Allergen, sondern die Schleimhaut der Bronchien. Die Folge: akute Anfälle von Atemnot. Wird die allergische Erkrankung nicht behandelt, entwickelt sich aus einer anfänglich eher harmlosen Stauballergie ein allergisches Asthma.

Hausstauballergie kann Husten verursachen

Bei anderen Betroffenen steht bei einer Allergie gegen Hausstaubmilben der Husten im Vordergrund. Durch die permanente Reizung der Bronchien und die erhöhte Schleimproduktion kommt es bei diesen Menschen verstärkt zu Husten und Reizhusten. Oft tritt der Husten auch gemeinsam mit einem Asthmaanfall auf.

Hausstauballergie reizt die Augen

Auch die Augen können heftig auf die Staubmilben reagieren. Symptome dafür sind geschwollene, gereizte oder gerötete Augen. Häufig leiden Betroffene unter juckenden oder tränenden Augen. Die Hausstaubmilbe bringt mit ihrem Allergen viele Betroffene buchstäblich zum Weinen.

Hausstauballergie bringt oft Müdigkeit und Erschöpfung mit sich

Ein allergischer Schnupfen oder ein Asthma können Betroffene in ihrer Lebensqualität erheblich einschränken. Viele Menschen leiden unter ihrer Hausstauballergie. Sie fühlen sich oft schlapp, müde und erschöpft. Kein Wunder. Es ist, als würdest Du fortwährend eine Erkältung mit Dir herumschleppen. Und diese geht ja bekanntlich ebenfalls mit einem Schwächegefühl und einer erhöhten Müdigkeit einher.

Wann sind die allergischen Symptome der Hausstauballergie am schlimmsten?

Hausstauballergie im Winter

Da Milben in geschlossenen Räumen überall praktisch überall vorkommen, treten die Symptome einer Staubmilbenallergie ganzjährig auf. Mit dem Eintreten der Heizperiode jedoch verschlimmert sich bei vielen Menschen die Symptomatik. Denn wenn die Heizung angestellt wird, verringert sich die Luftfeuchtigkeit in den Räumen drastisch. Dadurch sterben Milben in großen Mengen ab. Sie zerfallen und setzen vermehrt ihr allergenes Potenzial frei.

Hausstauballergie morgens nach dem Aufwachen

Über den Tag hinweg betrachtet, zeigen sich die Symptome dieser allergischen Erkrankung verstärkt am Morgen, kurz nach dem Aufwachen. Der Grund: Die Milbendichte ist im Bett mit Abstand am höchsten, wodurch die allergische Belastung über Nacht stark ansteigt.

Hausstauballergie bei der Hausarbeit

Beim Staubsaugen, Wäschewaschen oder Bettenabziehen ist die Belastung durch die Allergene der Hausstaubmilben ebenfalls besonders hoch. Denn dabei wirbelst Du jede Menge Staub auf. Demnach müsste Hausarbeit für Hausstauballergiker eigentlich tabu sein. Wenn da nicht die Notwendigkeit wäre.

Ursachen für eine Hausstauballergie

Die Gründe für das Entstehen einer Allergie sind vielfältig. Es spielen immer mehrere Faktoren eine Rolle. Zugrunde liegt aber bei allen allergischen Erkrankungen ein geschwächtes und aus dem Gleichgewicht geratenes Immunsystem. Da Allergien wie die Hausstaubmilbenallergie oder die Pollenallergie hauptsächlich in den westlichen Industrieländern auftreten, geht die Forschung davon aus, dass unser Lebensstil eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Allergien spielt. Folgende Ursachen kommen infrage:

  • eine genetische Veranlagung zu einem überschießenden Immunsystem
  • Einnahme von Antibiotika
  • eine ungesunde Ernährung (Fast Food, Gluten, Zucker, Weißmehl)
  • Umweltgifte
  • ein Kaiserschnitt
  • häufiger Stress und psychische Belastungen
  • eine übertriebene Hygiene und weniger Kontakt zu Tieren (und mit Keimen)
  • evtl. Impfungen

Hausstauballergie durch genetische Veranlagung

Die Forscher gehen davon aus, dass die Allergiebereitschaft vererbt wird. Doch muss eine Allergie nicht zwingend bei jedem Menschen mit einer solchen Veranlagung ausbrechen. Ärzte beobachten jedoch seit langem, dass Allergien in einer Familie gehäuft auftreten. Und tatsächlich: Leidet ein enger Verwandter, also Deine Mutter, Dein Vater oder Deine Schwester an einer Allergie, liegt Dein Allergierisiko bei 20 bis 35%. Sind beispielsweise beide Eltern Allergiker und leiden etwa unter Heuschnupfen, so klettert Dein Risiko für eine allergische Erkrankung auf bis zu 80%.

Hausstauballergie durch Antibiotika

Antibiotika tragen ebenfalls zur Entstehung von Allergien bei. Zwar sind sie bei bestimmten bakteriellen Erkrankungen unverzichtbar. Doch haben sie den Nachteil, dass sie nicht nur die schlechten Bakterien im Darm zerstören, sondern auch die guten Darmbakterien. Die Darmflora leidet bei jeder Antibiotika-Einnahme erheblich. Gerade bei Kindern bis zum 2. Lebensjahr wirkt sich eine Antibiotika-Einnahme laut Studien negativ aus. In dem Fall soll sich das Risiko, im späteren Leben eine allergische Erkrankung zu entwickeln, deutlich erhöhen.

Der Hintergrund ist, dass unser Immunsystem, das zu 80% in unserem Darm angesiedelt ist, bei einer gestörten Darmflora nicht mehr einwandfrei funktioniert. Es kommt zu Fehlfunktionen, wie eben zu einer übersteigerten Allergiebereitschaft. Antibiotika sind der schlimmste Feind der Darmflora.

Hausstauballergie durch eine ungesunde Ernährung

Eine ungesunde Ernährungsweise trägt ebenfalls zu Darmflorastörungen und einem geschwächten Immunsystem bei. Fast Food, Zucker, Fleisch und Weißmehlprodukte führen nicht nur zu einer Übersäuerung des Körpers. Diese Lebensmittel fördern auch Entzündungen im Körper. Entzündungen spielen bei Allergien eine große Rolle. Wenn Du Dich also schlecht ernährst, bereitest Du den Nährboden für chronische Entzündungen und hältst das chronische Entzündungsgeschehen im Körper weiter aufrecht.

Außerdem fühlen sich die guten Darmbakterien in einem zu sauren Milieu nicht wohl. Sie können sich nur in einem leicht sauren Umfeld ausreichend vermehren. Demnach trägt also auch eine ungesunde Ernährung zur Entgleisung des Immunsystems und zur Allergieentstehung bei.

Hausstauballergie durch Umweltgifte

Unser Körper ist heute vielen Schadstoffen ausgesetzt. Nicht nur Schwermetalle, Pestizide und Weichmacher überfordern das körpereigene Entgiftungssystem, sondern auch Aluminium, Fremdhormone (aus Plastikflaschen) oder Kunststoffe wie Reifengummipartikel. Die Entgiftungsorgane wie die Nieren und die Leber kommen mit der Ausleitung der Toxine nicht mehr hinterher. Die Folge: Toxine werden verstärkt im Körper eingelagert und belasten so fortwährend den Organismus. Zudem reagiert die empfindliche Darmflora sehr sensibel auf Schadstoffe, sodass das Immunsystem schnell aus dem Gleichgewicht geraten kann. Dies wiederum leistet Allergien wie der Milbenallergie Vorschub.

Hausstauballergie durch einen Kaiserschnitt

Inzwischen ist wissenschaftlich bewiesen, dass Kaiserschnittkinder ein höheres Risiko haben, eine Allergie wie eine Staubmilbenallergie zu entwickeln. Das liegt daran, dass sie unter der Geburt nicht den natürlichen Weg über den Geburtskanal genommen haben. Dabei wird das Neugeborene aber mit den ersten guten Darmbakterien versorgt. Denn es nimmt unter der Geburt die Bakterien auf, die sich in der Vagina der Mutter befinden. Werden Babys nun nicht mit dieser allerersten Darmflora ausgestattet, entwickeln sie häufiger Darmflorastörungen und das Risiko für Allergien steigt.

Hausstauballergie durch Stress

In unserer modernen Welt sind Stress und ein großes Arbeitspensum beinahe schon zur Normalität geworden. Dafür zahlen wir allerdings einen hohen Preis. Denn in vielen Studien sind die negativen Folgen von Stress durch Überforderung belegt. Nicht nur unsere Darmflora und das Immunsystem leiden darunter, sondern unser gesamter Organismus. Vor allem wenn er lange anhält, kann es zu Funktionsstörungen des Immunsystems kommen, die sich in Form einer Allergie bemerkbar machen können. Auch mit Stress einhergehende negative Gedanken und Gefühle schwächen laut Forschern das Immunsystem. Stress allein löst eine Hausstauballergie zwar noch nicht aus, kann aber zu ihrer Ausbildung maßgeblich beitragen.

Hausstauballergie durch eine zu saubere Umwelt

Die Schulmedizin geht davon aus, dass Allergien auch auf dem Vormarsch sind, weil unsere Umwelt zu sauber geworden ist. Forscher konnten nachweisen, dass Menschen, die auf dem Land und mit viel Kontakt zu Tieren groß geworden sind, deutlich seltener an einer Allergie leiden als in der Stadt Aufgewachsene. Die Theorie der Mediziner: Das Immunsystem von Dorfkindern muss sich mit deutlich mehr Keimen auseinandersetzen als das der Stadtkinder. Denn wo Tiere sind, gibt es auch vermehrt Keime und mit denen setzt sich das Immunsystem dann auch stärker auseinander. So wird es trainiert und gestärkt. Das Immunsystem der Städter hingegen „langweilt“ sich buchstäblich und sucht nach bestimmten Auslösern, auf die es reagieren kann.

Auch eine übertriebene Hygiene wie zu häufiges Waschen, Duschen oder das übersteigerte Verwenden von Desinfektionsmitteln im Alltag führt dazu, dass vermehrt Allergien auftreten. Wir machen unsere Umgebung zu keimfrei. Dadurch hat das Immunsystem nicht mehr genug zu tun.

Hausstauballergie durch Impfungen?

Ob die Schutzimpfungen im Baby- und Kleinkindalter allergische Erkrankungen wie die Milbenallergie begünstigen, ist noch nicht hinreichend erklärt. Es gibt Studien, die dafür und solche, die dagegen sprechen. Impfungen in den ersten beiden Lebensjahren könnten die allergische Reaktionsbereitschaft fördern. Es gibt die Theorie, dass wenn Kinder gegen Krankheiten wie Masern, Röteln, etc. geimpft werden, sie diese nicht mehr durchleben und dadurch ihr Immunsystem nicht ausreichend trainiert wird.

In anderen Studien zieht man hingegen den Schluss, dass Impfungen Kinder sogar vor Allergien schützen könnten. Das Thema Impfen im Zusammenhang mit der Allergieentstehung ist und bleibt umstritten.

Hausstauballergie Test: Wie erkennt man eine Hausstauballergie?

Um herauszufinden, ob Du unter einer Milbenallergie leidest, suchst Du am besten den Spezialisten für Allergien auf: den Allergologen. Dieser wird bei Dir zur Diagnostik einer Hausstauballergie einen Test durchführen. Dies kann der sogenannte Prick-Test, ein Bluttest und/oder ein Provokationstest sein.

Der Prick-Test bei Hausstauballergie

Beim Prick-Test (engl.: prick = „Stich“) werden die wichtigsten Allergieauslöser in Tropfenform auf den Unterarm gegeben. Im Anschluss wird die Haut an diesen Stellen leicht eingeritzt, damit die allergene Substanz in den Körper eintreten kann. Wenn Du beispielsweise auf das Eiweiß der Hausstaubmilbe allergisch reagierst, siehst Du das, indem die benetzte Hautstelle rot wird, anschwillt und juckt.

Der Bluttest bei Hausstauballergie

In einem Bluttest kann der Arzt ebenfalls herausfinden, ob Du ein Allergiker bist. Dabei wird geschaut, ob Du IgE-Antikörper (Immunglobuline der E-Klasse) als Reaktion auf ein Allergen im Blut hast. Sind diese Antikörper bei Dir nachweisbar, deutet dies auf eine erhöhte Allergiebereitschaft hin.

Der Provokationstest bei Hausstauballergie

Mit dem Provokationstest kann der Allergologe ebenfalls herausfinden, ob Du allergisch reagierst. Bei Verdacht auf eine Milbenallergie wird dabei das betreffende Allergen direkt auf die Nasenschleimhaut des Patienten aufgetragen. Wird eine allergische Reaktion wie Schnupfen, Niesen, etc. beobachtet, liegt höchstwahrscheinlich eine Hausstaubmilbenallergie vor. Bei Asthma kann die Provokation alternativ auch über das Inhalieren der potenziell allergenen Substanz/en erfolgen.

Hausstauballergie Behandlung

Die Behandlung einer allergischen Erkrankung wie der Hausstauballergie erfolgt beim Allergologen. Die schulmedizinische Therapie setzt auf:

  • Medikamente (Antihistaminika oder Asthmasprays)
  • Immuntherapie (Desensibilisierung oder auch Hyposensibilisierung)
  • Empfehlungen zur Reduktion der Allergenbelastung (Allergiker-Matratzen, Encasings“, keine Teppiche, etc.)

Medikamente bei Hausstauballergie

Es gibt diverse Medikamente, die Allergikern bei der Linderung ihrer allergischen Beschwerden helfen können. Dazu gehören:

  • Antihistaminika
  • Mastzellstabilisatoren
  • abschwellendes Nasenspray
  • Glukokortikoide („Cortison“)

Antihistaminika bei Hausstauballergie

Zur medikamentösen Behandlung einer Allergie auf Hausstaubmilben kommen häufig Antihistaminika zum Einsatz. Diese Allergiemittel können lokal angewendet werden – also etwa als Augentropfen in den Augen oder als Nasenspray bei allergischem Schnupfen (z. B. Levocabastin oder Azelastin) – oder innerlich als Tabletten, wo sie dann systemisch wirken. Diese Medikamente hemmen die Ausschüttung des Botenstoffs Histamin, der die allergische Reaktion einleitet. Dadurch fällt diese Reaktion schwächer aus. Cetirizin oder Loratadin sind zwei Vertreter für systemische Antihistaminika, die über Tabletten innerlich angewendet werden.

Mastzellstabilisatoren bei Hausstauballergie

Mastzellstabilisatoren helfen ebenfalls dabei, dass nicht so viel Histamin ausgeschüttet wird und die allergische Reaktion weniger intensiv ausfällt. Mastzellen sind Immunzellen, die das Histamin freisetzen. Auch diese Medikamente zur Therapie von Allergien gibt es als Nasenspray oder Augentropfen zu kaufen.

Abschwellende Nasensprays zur Therapie einer Hausstauballergie

Außerdem stehen Hausstauballergikern abschwellende Nasentropfen oder Nasensprays mit den Wirkstoffen Xylometazolin oder Oxymetazolin zur Verfügung. Diese Arzneimittel kommen auch bei einem Erkältungsschnupfen zur Anwendung. Alternativ kannst Du bei einer verstopften Nase auch zu salzhaltigen Nasensprays greifen und regelmäßige Nasenduschen mit einer Kochsalzlösung durchführen.

Glukokortikoide: Cortison bei Hausstauballergie

Glukokortikoide kommen bei einer Neurodermitis als Salbe oder als Inhaliermittel beim allergischen Asthma zum Einsatz. Da cortisonhaltige Mittel sehr stark sind, sollten sie innerlich nur bei ausgeprägteren Allergiesymptomen zum Einsatz kommen und wenn die anderen Medikamente wirkungslos geblieben sind. Werden Glukokortikoide – oder auch Cortison genannt – lokal angewendet, etwa als Nasentropfen, sind weniger Nebenwirkungen zu befürchten. Kinder und Schwangere dürfen Kortikoid-Präparate nicht innerlich anwenden.

Spezifische Immuntherapie: Die Hyposensibilisierung zur Behandlung einer Hausstauballergie

Die Hyposensibilisierung oder auch Desensibilisierung ist eine Therapie, bei der Betroffenen die allergieauslösende Substanz – in dem Fall das Eiweiß im Kot der Milbe – über einen längeren Zeitraum hinweg gespritzt wird. Ziel der Spezifischen Immuntherapie: Durch diese wiederholte Konfrontation mit dem Allergen soll sich das Immunsystem langsam an den Stoff gewöhnen und ihn nicht mehr als Feind ansehen. Bei der Desensibilisierung wird zunächst nur eine geringe Dosis des Allergens verabreicht. Im Verlauf der Behandlung beim Allergologen erhöht sich dann die Dosis kontinuierlich. Diese Therapie führt bei vielen Menschen tatsächlich zum Erfolg. Das bedeutet, ihre Hausstaubmilbenallergie verschwindet oder die Symptome lassen deutlich nach. Allerdings ist die Hyposensibilisierung mit mehreren Jahren sehr zeitaufwendig.

Naturheilkundliche Therapien bei Hausstauballergie

Entgiftung mit natürlichen Mitteln

Viele Naturmediziner und Heilpraktiker halten eine gestörte Darmflora für die wichtigste Ursache für die Entstehung von Allergien wie der Milbenallergie. Daher nehmen viele von ihnen den Darm ins Visier und behandeln nach dem Ansatz „Entsäuerung/Entgiftung – Ernährungsumstellung – Wiederaufbau der Darmflora“. Zunächst wird bei einer naturheilkundlichen Behandlung eine Entgiftung des Körpers durchgeführt. Schwermetalle wie Blei (Trinkwasser) und Quecksilber (aus Amalgam-Zahnfüllungen), aber auch Pestizide oder Weichmacher sollen mittels entsprechender pflanzlicher Arzneimittel aus dem Körper geleitet werden.

Besonders bewährt haben sich zur Entgiftung Heilpflanzen wie Myrrhe oder Koriander. Diese kannst Du in Tablettenform einnehmen. Myrrhe wirkt entzündungshemmend, antimikrobiell und fördert die Entgiftung. Koriander löst Gifte, kann sie aber nicht binden. Daher solltest Du ergänzend Chlorella einnehmen. Denn die Alge hat die Fähigkeit, Toxine zu binden, sodass sie mit dem Stuhl ausgeschieden werden können. Zur Bindung von Schwermetallen und anderen Toxinen kannst Du alternativ auch Kaffeekohle oder Heilerden wie Bentonit verwenden. Zur Darmreinigung wird oft Flohsamenschalenpulver eingesetzt. Die Flohsamenschalen quellen im Darm auf und lassen den Stuhl an Volumen zunehmen, wodurch die Darmwand gründlich von belastenden Rückständen gereinigt wird.

Viele Allergiker und Menschen mit chronischen Erkrankungen sind übersäuert. Um den Körper zu entsäuern, behandeln Heilkundler ihre Patienten häufig mit einem Basenpulver. Das hilft dem Körper dabei, die überschüssigen Säuren im Körper zu neutralisieren und den natürlichen ph-Wert im Darm wieder herzustellen.

Darmsanierung mit Probiotika zur Behandlung einer Hausstauballergie

Empfehlenswert ist es, wenn Du die Darmsanierung bei einem naturheilkundlichen Darm-Spezialisten durchführst. Denn dieser kann den Zustand Deiner Darmflora anhand einer Stuhlprobe testen und Dir gute Tipps zur Therapie geben. Dadurch kann ein Darmaufbau individueller erfolgen. Der Heilpraktiker weiß, welche Bakterienstämme Dir konkret fehlen und in welcher Reihenfolge Du sie als Nahrungsergänzungsmittel zu Dir nehmen musst. Leider übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine Therapie beim Heilpraktiker nicht. Sie zahlen nur, wenn Du eine entsprechende Zusatzversicherung abgeschlossen hast.

Hausstauballergie Homöopathie

Homöopathische Globuli können eine Hausstaubmilbenallergie nicht heilen, aber sie können die Symptome abmildern. Homöopathisch arbeitende Ärzte und Naturmediziner empfehlen bei Allergien wie der Hausstauballergie daher folgende Mittel:

  • Sabadilla („Läusekraut“) bei Fließschnupfen, Niesattacken, Juckreiz im Rachen
  • Sticta („Lungenflechte“) bei stark verstopfter Nase und Niesen
  • Acidum formicicum bei gereizten Augen, Husten, Atembeschwerden, juckender Haut
  • Allium cepa bei häufigem Niesen, starkem Schnupfen, rauer Stimme

Akupunktur bei Hausstauballergie

Mit Verfahren der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) sollen sich bei einer Allergie gegen Milben ebenfalls gute Behandlungserfolge erzielen lassen. Besonders die Akupunktur soll die quälenden Symptome wie Schnupfen, Hautausschlag oder Atemnot gut lindern können. Erkundige Dich bei Deiner Krankenkasse nach Zuschüssen oder einer Kostenübernahme.

Die wichtigste Maßnahme bei Hausstauballergie: Reduktion der Milbenbelastung

Sowohl zur Therapie als auch zur Vorbeugung ist die Allergen-Vermeidung oder Karenz. Am wichtigsten dafür ist die Verringerung der Allergenmenge – insbesondere durch hygienische Maßnahmen. Diese betreffen vor allem Dein Bett. Denn das größte Milbenreservoir ist die Matratze.

Hausstauballergie Matratze: Materialien und Hygiene

Die Sanierung der Matratze ist da A und O bei einer Hausstaubmilbenallergie. Am besten schaffst Du Dir eine Matratze an, die Dich im Kampf gegen die Milben unterstützen. Gerade wenn Du eine Federkernmatratze hast, solltest Du Dir eine neue anschaffen, da diese besonders anfällig für Staub und Allergene sind. Besser geeignet sind Latex und Kaltschaummatratzen sowie Topper aus Memory-Schaum. Wähle dabei eine Matratze mit hochwertigen Materialien, die eine möglichst feinporige Materialstruktur aufweisen. Auch die Matratzenhygiene ist wichtig. Die Matratze sollte daher einen Matratzenbezug haben, der sich einfach abnehmen lässt und bei 60° C waschbar ist. Bei Hausstauballergie sind die für Allergiker optimierten Matratzen von SEVEN SUNDAYS sehr empfehlenswert.

Hausstauballergie Bettwäsche: Encasings schützen vor Milben

Allergologen empfehlen Dir bei einer Staubmilbenallergie, sogenannte „Encasings“ (engl. für Umhüllung) anzuschaffen. Das sind milbendichte Überzüge, die Du über Dein Bettzeug und Dein Kissen ziehen und auch über die Matratze stülpen kannst. Auf die Art können die Milben nicht mehr an ihre Nahrung, also an unsere abgestorbenen Hautzellen, gelangen. Wo es kein Essen gibt, kann es auch keinen Kot geben. Außerdem bleibt vorhandener Milbenkot auf diese Weise quasi hinter verschlossenen Türen und kann Dir nicht mehr gefährlich werden. Die Encasings kannst Du je nach Matratzengröße online bestellen. Auch die Überzüge für das Bettzeug kannst Du online bestellen. Einige Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Encasings ganz, andere teilweise. Informiere Dich diesbezüglich bei Deiner Krankenkasse.

Hausstauballergie: Was hilft noch? – 22 hocheffektive Tipps

Was kannst Du als Stauballergiker noch tun, um Deine Beschwerden wie Atemnot, Juckreiz auf der Haut, tränende Augen oder Schnupfen zu lindern? Die folgenden Tipps helfen Dir dabei, die allergene Belastung durch den Milbenkot so gering wie möglich zu halten oder die Symptome abzuschwächen:

  • häufig Staub saugen: mehr als 1x die Woche
  • nur Staubsauger mit HEPA-Filter benutzen
  • Luftfilter gegen Hausstaub im Schlafzimmer aufstellen
  • um Hausstaub zu entfernen, Regale, Schränke und glatte Böden feucht wischen
  • besser glatte Böden als Teppiche in der Wohnung verwenden
  • bei der Hausarbeit Mundschutz tragen
  • 1 Mal pro Woche Bettwäsche bei mindestens 60 Grad waschen
  • Bettzeug und Kopfkissen etwa alle drei Monate bei mindestens 60 Grad waschen
  • Anti-Milben-Spray auf Matratze und Bett aufsprühen
  • mind. 2 Mal jährlich Matratze gründlich reinigen
  • Vorhänge im Schlafzimmer weglassen oder häufiger waschen
  • Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit gering halten (18 Grad und unter 60% Feuchte)
  • vor dem Schlafen gut lüften oder bei offenem Fenster schlafen
  • Staubfänger meiden (besser Ledercouch als Polstergarnitur, keine Kissen, Decken)
  • Haustiere verringern nachweislich Allergierisiko beim Kind
  • kein übertriebener Einsatz von Hygiene-Sprays wie Toilettendesinfektion nach jedem Gang
  • nicht mehrmals täglich duschen
  • gesunde Ernährung
  • Stress reduzieren
  • Entspannungstraining zum Stressabbau
  • Schadstoffe reduzieren
  • regelmäßige Entgiftung des Körpers

Staubsauger mit HEPA-Filter bei Hausstauballergie

Beim Kauf eines neuen Staubsaugers solltest Du als Hausstauballergiker darauf achten, dass dieser einen HEPA-Filter (engl. für „High Efficiency Particulate Air“) hat. Dieser spezielle Feinstaubfilter soll einen Großteil der Staubpartikel aus der Atemluft aufnehmen können. Vollständig lässt sich die allergene Belastung durch Hausstaub aber durch kein Gerät ausschalten.

Luftfilter bei Hausstauballergie kann Linderung bringen

Ein Hausstaubfilter kann auch als einzelnes Gerät im Schlafzimmer aufgestellt werden, wenn Du unter einer Stauballergie leidest. Dieser Luftfilter kann aufgrund eines speziellen Filtersystems einen großen Teil der Schwebstoffe aus der Atemluft aufnehmen und so den Hausstaub, Feinstaub, Pollen und andere Belastungen reduzieren helfen. Den Luftfilter solltest Du 1 Mal im Monat wechseln.

Staubfänger meiden bei Hausstauballergie

Um die Belastung mit Staub so gering wie möglich zu halten, solltest Du auf Staubfänger in Deiner Wohnung verzichten oder sie nur eingeschränkt einsetzen. Zu den größten Staubfängern gehören Teppiche, Vorhänge, Gardinen, Polstermöbel, Kissen und Decken. Wenn Du Kinder hast, zählen auch die Kuscheltiere dazu. Setze stattdessen auf Ledermöbel und glatte Böden und Flächen, die sich feucht abwischen lassen. Verwende in Deiner Wohnung geschlossene Schränke wie einen Bücherschrank oder einen Hängeschrank in der Küche. Offene Regale sind ebenfalls Staubfänger, die Du gerade als Asthmatiker vermeiden solltest. Gardinen und Vorhänge sind am besten ebenfalls zu verbannen oder müssen eben häufiger gewaschen werden.

Anti-Milben-Spray bei Hausstauballergie

Auch Anti-Milben-Sprays können für eine Entlastung sorgen. Ein Milben-Spray sprühst Du direkt auf Deine Bettwäsche und die Matratze. Achte beim Kauf aber darauf, dass keine belastenden chemischen Stoffe enthalten sind. Am besten verwendest Du ein Mittel mit Niembaumsamenöl. Der tatsächliche Nutzen dieser Sprays ist allerdings noch umstritten. Die meisten Produkte überzeugen im Test nicht. Im Laborversuch zeig die Sprays zwar tatsächlich Wirkung. Das bedeutet aber noch nicht, dass dies auch in der Matratze der Fall ist. Denn die kleinen Spinnentiere befinden sich auch tief im Innern der Matratze, nicht nur auf der Oberfläche. Es ist eher unwahrscheinlich, dass das Anti-Milben-Spray bis dahin vordringt.

Matratze reinigen bei Hausstauballergie

1 Mal jährlich solltest Du als Hausstaubmilbenallergiker Deine Matratze gründlich reinigen. Den Matratzenüberzug – sofern waschbar – solltest Du dann bei mindestens 60 Grad waschen. Ist der Überzug für Deine Waschmaschine zu klein, kannst Du ihn in einem Waschsalon reinigen lassen. Wenn der Bezug nicht waschbar ist, versuchst Du die Matratze mit einem Staubsauger oder einer weichen Bürste von Schmutz und Staub zu befreien (Achtung: Mundschutz). Du kannst auch Natronpulver auf die Matratze geben. Dieses wird dann mit einem feuchten Schwamm, über die gesamte Fläche eingerieben. Es bildet sich eine alkalische Lösung, die Fette und Eiweiße löst. Lass die Matratze trocknen und entferne dann die Natron-Rückstände mit dem Staubsauger.

Bei dieser Gelegenheit empfiehlt sich auch eine tiefgründige Reinigung des Bettgestells, des Lattenrosts und gegebenenfalls des Bodens unter dem Bett (besonders wenn Du diesen Bereich nicht oft pflegst, weil er als Stauraum genutzt wird).

Temperatur und Luftfeuchtigkeit niedrig halten bei Hausstauballergie

Hausstaubmilben lieben es warm, feucht und kuschelig. Deswegen lieben sie es im Bett genauso wie Du. Um ihnen ihr Lieblingsklima zu entziehen, achtest Du am besten auf eine kühle Schlafzimmertemperatur von maximal 18 Grad. Die Luftfeuchtigkeit sollte unter 60% betragen. Um möglichst unwirtliche Bedingungen für Deine Bett-Mitbewohner herzustellen, kannst Du vor dem Schlafen lange lüften oder gleich mit offenem Fenster schlafen.

Bei Hausstauballergie nicht zu sauber leben

Übertreibe es nicht mit der Hygiene. Früher hatten die Menschen auch kein Desinfektionsmittel für Türklinken, Toilette und Lichtschalter und sie haben auch irgendwie überlebt – in der Regel sogar ohne Allergien. Einmal duschen am Tag reicht aus. Händewaschen nach dem Toilettengang reicht ebenfalls aus. Eine Desinfektion der Hände oder des WC᾽s muss im Grunde nicht erfolgen. Beim Duschgel verwende möglichst sanfte, natürliche Inhaltsstoffe ohne künstliche Parfums. Der Intimbereich sollte laut Fachärzten am besten nur mit Wasser oder einem ganz milden Waschgel gereinigt werden.

Haustiere können einer Hausstauballergie vorbeugen

Mit der Anschaffung eines Haustiers kannst Du laut Forschern womöglich dazu beitragen, dass Du und Dein Kind keine Milbenallergie entwickelt. Denn Haustiere scheinen eine vorbeugende Wirkung gegen Allergien zu haben. Wenn Du oder Dein Kind hingegen bereits an einer Stauballergie leidet, ist von einem Haustier aber eher abzuraten. Denn Hund, Katze & Co. tragen zu vermehrtem Schmutz in Deinen 4 Wänden und demnach auch zu mehr Staub bei.

Gesunde Ernährung bei Hausstauballergie

Ernähre Dich gesund und ausgewogen. Greife zu viel frischem Obst, Gemüse, Nüssen, Samen und Vollkornprodukten. Diese Lebensmittel stärken den Darm und somit das Immunsystem. Meide oder reduziere süße Speisen, Weißmehlprodukte, Fast Food oder Fertigprodukte. Diese Lebensmittel belasten den Körper und das Immunsystem. Koche überwiegend frisch und natürlich mit möglichst vielen Lebensmitteln aus regionalem, biologischen Anbau. Dadurch nimmst Du nicht nur mehr Vitamine, Mineralien und Spurenelemente auf, sondern reduzierst auch die Zufuhr von Schadstoffen über die Nahrung.

Baue auch probiotische Lebensmittel für Deinen Darm mit in Deine Ernährung ein. Dazu sind Kefir, frisch gemachtes Sauerkraut oder Naturjoghurt geeignet. Ergänzend kannst Du auch Probiotika in Kapselform zu Dir nehmen. Die positive Wirkung von Probiotika bei allergischen Erkrankungen ist durch wissenschaftliche Studien belegt.

Schadstoffe bei Hausstauballergie reduzieren

Neben einer Ernährung mit vielen Lebensmitteln aus biologischem Anbau kannst Du auch in anderen Bereichen etwas dafür tun, die allergiefördernde Schadstoffbelastung zu minimieren. Lass beispielsweise vorhandene Amalgam-Zahnfüllungen sachgerecht entfernen, denn dieses Material enthält Quecksilber. Es gibt Amalgam-freie Alternativen. Giftstoffe befinden sich auch in Kunststoffen wie Hart- und Weichplastik. Trinke am besten nur aus Glasflaschen, da Plastikflaschen schädlich für die Gesundheit sind. Zur Aufbewahrung von Lebensmitteln greife ebenfalls lieber zu Glasgefäßen statt zu Behältnissen aus Hartplastik. Auch Joghurt oder Milch kannst Du alternativ im Glas oder in der Flasche kaufen. Für Butterbrote verwende lieber Butterbrotpapier statt Alufolie oder Frischhaltefolie. Wenn Du zwischen den letzten beiden wählen musst, entscheide Dich gegen die Alufolie.

Um die Schwermetallbelastung zu reduzieren, kannst Du weniger Lebensmittel in Dosen konsumieren. Ist die Dose einmal geöffnet, sollte der verbleibende Inhalt in eine Schale umgefüllt werden. Wenn Du in einem Altbau wohnst, der vor 1973 errichtet wurde, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass noch Bleirohre verbaut wurden. Nutze für Dein Trinkwasser dann einen Wasserfilter (Ionenaustauscher), der das Blei zum größten Teil herausfiltert. Alternativ kaufe Wasser in Glasflaschen im Supermarkt.

Regelmäßig entgiften bei Hausstauballergie

Kleine, regelmäßige Entgiftungskuren mit Hausmitteln können einem Hausstauballergiker auch helfen. Ob Du dies mit Koriander und Bentonit machst oder mit Myrrhe und Kaffeekohle, bleibt Dir überlassen. Auch eine Heilfastenkur ist für den Körper auf jeden Fall eine prima Möglichkeit, tiefersitzende Gifte zu lösen und auszuscheiden. Der gesundheitliche Nutzen von Fastenkuren ist wissenschaftlich bewiesen. Trinke während des Fastens Kräutertees mit Heilpflanzen wie Brennnessel oder Löwenzahn. Mariendistel-Kapseln helfen der Leber bei der verstärkten Entgiftung. Versuche, täglich mindestens 2 Liter Wasser oder ungesüßte Tees zu trinken. So entgiftet der Körper auf natürliche Weise verstärkt.

Stress reduzieren und Entspannungstraining bei Hausstauballergie

Da Stress das Allergiegeschehen mit auslösen und verstärken kann, solltest Du als Hausstauballergiker versuchen, Deinen Stresspegel so gering wie möglich zu halten. Versuche, Deinen Tagesablauf zu entschleunigen und für ausreichend Ruhepausen zu sorgen. Wenn Dir das Abschalten schwerfällt, hilft Dir das Erlernen einer Entspannungstechnik dabei, zur Ruhe zu kommen. Hier haben sich laut Studien folgende Entspannungsmethoden zum effektiven Stressabbau bewährt:

  • Muskelrelaxation nach Jacobson (Anspannen und Loslassen von Muskeln)
  • Autogenes Training (Arbeit mit der Kraft der Vorstellung)
  • Yoga
  • Meditation

Hausstauballergie beim Kind

Bei den meisten Betroffenen entsteht die Hausstauballergie bereits im Kindesalter. Wenn Dein Kind morgens nach dem Aufwachen Fließschnupfen oder verquollene Augen hat oder auffallend häufig niesen muss, solltest Du zu einem Kinderarzt gehen und einen Allergietest machen lassen. Denn die Allergie kann Schlafstörungen bei Deinem Kind fördern, die dann wiederum zu Lernschwierigkeiten in der Schule führen können.

Hausstauballergie beim Kind – Was hilft?

Rechtzeitig erkannt, ist eine Stauballergie gut behandelbar. Die Spezifische Immuntherapie kann bereits bei Kindern durchgeführt werden. Durch das wiederholte Spritzen des Allergens soll bei Deinem Kind eine allmähliche Gewöhnung erreicht werden. So können die allergischen Beschwerden nach mehreren Jahren der Behandlung gelindert werden oder sogar ganz verschwinden. Außerdem bewahrst Du mit dieser Behandlung Dein Kind womöglich vor einem allergischen Asthma.

Ansonsten gelten die gleichen Maßnahmen wie bei jedem Stauballergiker: Encasings auf Matratze, Bettzeug und Kopfkissen aufziehen. Bettwäsche 1 Mal pro Woche bei mindestens 60 Grad waschen. Plüschtiere gehören nicht ins Bett und sollten regelmäßig bei 60 Grad gewaschen werden. Alternativ kannst Du Sie über Nacht in eine Tüte verpackt in die Tiefkühltruhe geben. Vermeide Teppiche und andere Staubfänger im Zimmer Deines Kindes. Wische feucht Staub und wische den Boden feucht. Achte außerdem auf einen gesunden Lebensstil, um das geschwächte Immunsystem Deines Kindes zu stärken. Dazu gehört regelmäßiger Sport ebenso wie eine gesunde Ernährung mit vielen Vitaminen und Vitalstoffen. Vermeide es zudem, das Bett nach den Aufstehen Deines Kindes aufzuschütteln.

Versuche auch bei Deinem Kind Schadstoffe zu minimieren. Plastikspielzeug besser durch Holzspielzeug ersetzen, keine Plastikteller, Plastiklöffel o. Ä. verwenden. Koche mit Bio-Lebensmitteln und reduziere Fast-Food-Gerichte. Kleinkinder sollten möglichst keinen Seefisch (wie Thunfisch oder Heilbutt) essen, da dieser erhöhte Quecksilbermengen enthält. Wurde Dein Kind durch einen Kaiserschnitt auf die Welt geholt, ist es sinnvoll, bei ihm eine Darmkur mit Probiotika-Kapseln durchzuführen. Diese kannst Du Deinem Kind bereits ab einem Alter von 6 Monaten verabreichen.

Hausstauballergie und Schwangerschaft

In der Schwangerschaft dürfen die meisten Medikamente gegen Hausstaubmilbenallergie eingesetzt werden. Einzig die innere Anwendung von Glukokortikoid-Präparaten, die nur bei starkem Asthma oder starken Neurodermitisschüben verordnet wird, ist mit Gefahren für das Ungeborene verbunden. Hier kann es beispielsweise zu Entwicklungsverzögerungen beim Ungeborenen sowie zu einer Frühgeburt kommen. Wenn Du schwanger bist und Asthma hast, lasse Dich ärztlich gut beraten. Denn ein mangelhaft eingestelltes Asthma kann negative Folgen für das Ungeborene haben. Inhalierbare Glukokortikoide wie Budesonid kannst Du in allen Schwangerschaftsphasen verwenden. Eine Immuntherapie oder Desensibilisierung darfst Du aufgrund möglicher Überreaktionen auf das gespritzte Allergen in der Schwangerschaft nicht beginnen.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Hausstauballergie

Bleibt die Hausstauballergie für immer bestehen oder kann man sie heilen?

Laut Schulmedizin bleibt eine Hausstaubmilbenallergie ein Leben lang bestehen. Allerdings kannst Du viel tun, um die Symptome zu lindern. Dazu gehört neben einer guten Einstellung der Medikamente eine gute Ernährung, eine Reduktion von Umweltgiften, milbendichte Encasings fürs Bett, Sport und möglichst wenig Stress. Die Naturmedizin geht davon aus, dass allergische Symptome sich bessern oder ganz verschwinden, sobald die zugrundeliegende gestörte Darmflora wieder aufgebaut und das Immunsystem wieder intakt ist. In manchen Fällen verschwindet die Allergie auch von ganz allein.

Wie oft sollte man bei einer Hausstaubmilbenallergie putzen?

Wer ist schon gern ein Putzteufel? Fakt ist aber leider, dass ein milbenarmes Zuhause Dir tatsächlich Linderung verschafft. Deshalb solltest Du als Staubmilbenallergiker tatsächlich mehr putzen als Nicht-Allergiker. Mindestens 1 Mal pro Woche staubsaugen und glatte Böden wischen, ist für Dich wichtig, damit Du Dich gut fühlst. Auch Bettwäsche solltest Du häufiger waschen (1 Mal/ Woche) und Deine Polstermöbel und Kissen regelmäßig absaugen. Staubwischen bitte ebenfalls more than usual – und vor allem feucht.

Warum können Hausstauballergiker auch auf Krebse allergisch reagieren?

Liegt eine Hausstauballergie vor, haben sich Antikörper gegen das Eiweiß im Kot der Milbe gebildet. Erkennt das Immunsystem nun ähnliche Proteinstrukturen, kann es beim Kontakt ebenfalls zu einer allergischen Reaktion kommen. Dies sind bei der Milbenallergie spezielle Eiweiße von Krustentieren wie Krebse, Shrimps, Krabben, Garnelen, Scampis oder Hummer. Aber auch Weichtiere wie Schnecken, Austern oder Muscheln können zu allergischen Symptomen führen. Diese sogenannte Kreuzallergie tritt bei Milbenallergikern aber seltener auf als beispielsweise bei Pollenallergikern.

Was ist ein anaphylaktischer Schock?

Ein anaphylaktischer Schock ist die extremste Form einer allergischen Reaktion. Er ist potenziell lebensbedrohend. Dabei kommt es in mindestens zwei Organsystemen (wie Haut und Atemwege oder Magen-Darm-Trakt und Herz-Kreislauf-System) zu einer heftigen allergischen Reaktion. Herzrasen, starke Atemnot, Bewusstseinsverlust und Blutdruckabfall können mögliche Folgen sein. Ein anaphylaktischer Schock kann bei empfindlichen Menschen durch Erdnüsse, Wespengift, bestimmte Antibiotika oder Schmerzmittel, Schalentiere und Soja ausgelöst werden. Menschen, die so extrem reagieren, sollten immer ein spezielles Allergiker-Notfallset bei sich tragen, das sie in einer solchen Notsituation einsetzen können.