Eine Nacht im Schlaflabor - Was passiert bei der Untersuchung?

Viele Menschen in Deutschland leiden unter einem schlechten Schlaf und einer schlechten Schlafqualität. Die Schlafzeit ist für jeden Menschen individuell verschieden, im Durchschnitt schlafen Erwachsene etwa 7,5 Stunden. Ein erholsamer Schlaf ist die Grundlage für unser Wohlbefinden und für die Gesundheit von Körper, Geist und Seele.

Der Bereich der Schlafmedizin richtet das Augenmerk vor allem auf Schlafstörungen, ihre Ursachen und Folgen auf den gesamten Organismus sowie auf die Diagnose, z.B. in einem Schlaflabor und Therapien von Schlaf- bzw. Schlaf-Wach-Störungen.

Während wir schlafen, durchlaufen wir eine Abfolge von unterschiedlichen Schlafstadien: in der ersten Phase der Nachtruhe befinden wir uns in der Leicht- und Tiefschlafphase, in der zweiten Nachthälfte nimmt dann die Traumschlafphase oder auch der REM-Schlaf zu.

Es gibt viele Ursachen, die diese natürliche Abfolge stören. Gefährlich wird es, wenn nächtliche Atemaussetzer und Sauerstoffmangel in der Nacht auftreten, wie z.B. bei einer Schlafapnoe. Was sind aber die Symptome und Folgen von einem gestörten Schlaf?

Typische Symptome bei einem nicht erholsamen Schlaf

Jeder kennt doch ab und dann diese unruhigen Nächte und das geräderte Gefühl am nächsten Morgen, überhaupt nicht geschlafen zu haben. Gedanken kreisten unaufhörlich durch den Kopf und man hat sich die ganze Nacht im Bett hin und her gewälzt. Schlimm wird es, wenn solche Nächte überhand gewinnen. Dann können Betroffene unter folgenden typischen Symptomen leiden:

  • Tagesschläfrigkeit mit Einschlafneigungen tagsüber und einem erhöhten Risiko für Unfälle bei der Arbeit und im Verkehr
  • Gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus
  • Leistungsabfall und Konzentrationsschwierigkeiten
  • Kopfschmerzen
  • Nachtschweiß, nächtliche Unruhe
  • Depressive Verstimmungen
  • Nächtliche Atemaussetzer mit Atemnot (schlafbezogene Atemaussetzer, Schlafapnoe), Schnarchen

Mögliche Folgen durch eine schlechte Schlafqualität mit Atemaussetzern

Schlafen wir nachts dauerhaft schlecht, Schnarchen wir permanent und treten auch noch Atemaussetzer während des Schlafs auf (Obstruktive Schlafapnoe), können Folgeerkrankungen entstehen. Dazu gehören Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems wie z.B. Bluthochdruck (Hypertonie), Herzinfarkt, Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen. Auch Depressionen treten im Zusammenhang mit einer schlechten Schlafqualität auf. Außerdem besteht aufgrund der Tagesmüdigkeit ein erhöhtes Risiko für Verkehrs- und Arbeitsunfälle.

Schlafmedizin in der Klinik: Schlafstörungen diagnostizieren

Um die Ursache für einen gestörten Schlaf herauszufinden, kommen verschiedene schlafmedizinische Untersuchungsmethoden zum Einsatz. Neben der ausführlichen Patientenbefragung geben Schlaftagebucheinträge und Antworten in Fragebögen Auskunft über das individuelle Schlafgeschehen.

Des Weiteren stehen Hals-Nasen-Ohrenärzten (HNO-Ärzten) und Schlafmedizinern für die Diagnose von Schlafstörungen auch Untersuchungsmethoden im kleinen und großen Schlaflabor zur Verfügung.

Besonders der Verdacht auf die neurologische Erkrankung Narkolepsie (Schlafsucht) und dem Obstruktiven Schlafapnoe (OSAS) gehören fachlich in einem Schlaflabor abgeklärt, um gefährliche Folgeerkrankungen zu vermeiden und eine entsprechende Therapie einzuleiten.

Was genau ist ein Schlaflabor und wann kommt eine nächtliche Untersuchung im Schlaflabor infrage? Worin liegt der Unterschied zwischen einem kleinen und großen Schlaflabor, welche verschiedenen Körperfunktionen und Aktivitäten werden eigentlich untersucht und auf was musst Du als Patient bei einem Aufenthalt im Schlaflabor achten?

Was ist ein Schlaflabor?

Die Untersuchung in einem Schlaflabor ist sehr aufwendig. Ein Schlaflabor ist eine besondere medizinische Einrichtung in einer medizinischen Klinik oder einem schlafmedizinischen Zentrum. Das Schlaflabor besteht aus einem Patientenzimmer und einem Nebenzimmer, in dem die Monitore und Geräte für die Aufzeichnungen stehen.

Menschen mit Schlafstörungen übernachten dort für ein oder zwei Nächte und der Schlaf wird mit Aufzeichnungsgeräten elektronisch überwacht. Anhand des erstellten Schlafprofils können dann Rückschlüsse auf die Schlafstörung und Schlafqualität gezogen werden.

Im Schlaflabor sollen die Ursachen für den gestörten, schlechten Schlaf untersucht und abgeklärt werden. Das Verfahren kommt insbesondere dann zum Einsatz, wenn keine anderen körperlichen oder psychischen Grunderkrankungen bestehen und wenn eine ausführliche Befragung oder ambulant eingesetzte Diagnose-Methoden, z.B. durch das kleine Schlaflabor, keine eindeutigen Ergebnisse liefern.

Enge Zusammenarbeit verschiedener medizinischer Bereiche

Schlafstörungen (Insomnien) sind ein weites Feld. Viele medizinische Bereiche begeben sich bezüglich der Ursachen auf Spurensuche, um den Patienten eine gute Therapie zu ermöglichen. So arbeiten Spezialisten der Schlafmedizin und Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Neurologen, Internisten (Innere Medizin), Zahnärzte und Kiefer-Gesichtschirurgen zusammen, wenn es um die Auswertung der Messdaten kommt.

Werden die Kosten der Behandlung im Schlaflabor erstattet?

Für die nächtliche Untersuchung im stationären Schlaflabor ist eine ärztliche Überweisung notwendig. Ordnet ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt) eine schlafmedizinische Untersuchung im Schlaflabor an, weil bestimmte Symptome abgeklärt werden müssen, erfolgt in der Regel eine Kostenerstattung durch private oder gesetzliche Krankenkassen.

Eine Nacht im großen Schlaflabor einer Klinik kostet etwa 500 Euro, beim kleinen, ambulanten Schlaflabor zu Hause entstehen Kosten von etwa 100 Euro. Es wird empfohlen, sich im Vorfeld bei der eigenen Krankenkasse zu erkundigen, wieviel die Krankenkasse übernimmt.

Bei der Kostenübernahme des großen Schlaflabors in der Klinik oder im schlafmedizinischen Zentrum bleibt in den meisten Fällen nur der Eigenanteil übrig, den man generell als Patient bei einem Aufenthalt in einem Krankenhaus zahlen muss.

Welche Gründe gibt es für eine Untersuchung im Schlaflabor?

Ob Schlaflosigkeit, Schlafmangel, Ein- oder Durchschlafstörungen, Schnarchen, Atemaussetzer (Schlafapnoe) - Schlafstörungen können viele verschiedene Ursachen haben und sollten von einem Arzt genau abgeklärt werden. Mit einer nächtlichen Untersuchung im Schlaflabor sollen Ursachen festgestellt werden, die von keinen anderen körperlichen oder psychischen Erkrankungen hervorgerufen werden.

Schlaflabor bei Schlafapnoe, Restless-Legs-Syndrom & Narkolepsie

Die meisten Schlafstörungen können oft schon im Vorfeld in einem ausführlichen Patientengespräch geklärt werden. In der Schlafmedizin kommen Untersuchungen im Schlaflabor dann zum Einsatz, wenn möglicherweise schlafbezogene Atemstörungen wie die Schlafapnoe (obstruktives Schlafapnoe-Syndrom, zentrales Schlafapnoe-Syndrom), schlafbezogene Bewegungsstörungen, z.B. beim Restless-Legs-Syndrom (unruhige Beine) vorliegen oder wenn der Verdacht auf die neurologische Erkrankung Narkolepsie (Schlafkrankheit) besteht, die mit starker Tagesschläfrigkeit einhergeht und die Lebensqualität stark einschränkt.

Im Bereich der Schlafmedizin werden zwei Formen von Schlaflaboren unterschieden: So gibt es das kleine, ambulante Schlaflabor, das auch als Polygraphie bezeichnet wird und das große, stationäre Schlaflabor mit dem medizinischen Namen Polysomnographie. Im kleinen und großen Schlaflabor können Ärzte und Schafmediziner den Ursachen für die Schlafstörung und mangelhafte Schlafqualität auf den Grund gehen.

Polygraphie: Kleines, ambulantes Schlaflabor für zu Hause

Die kleine, ambulante Variante des Schlaflabors, die so genannte Polygraphie, kommt dann zum Einsatz, wenn der behandelnde Arzt seine Verdachtsdiagnose, z.B. eine obstruktive Schlafapnoe nach dem ausführlichen Gespräch (Anamnese) mit dem Patienten bestätigen oder wieder verwerfen möchte. Es ist eine Miniausgabe des großen, stationären Schlaflabors und nicht so aufwendig, weil die Untersuchung ganz bequem in den eigenen vier Wänden durchgeführt wird.

Dein Schlaf muss für die Diagnose die ganze Nacht überwacht werden. Nur so lässt sich zeigen, ob dabei z.B. tatsächlich Atempausen auftreten. Wichtige Parameter sind außerdem, ob der Sauerstoffgehalt im Blut durch die Atemaussetzer sinkt, der Blutdruck ansteigt oder das Herz aus dem Rhythmus gerät. Für die erste Untersuchung reicht zunächst das kleine, ambulante Schlaflabor aus.

Polygraphie in Eigenregie zu Hause

Bei dem kleinen Schlaflabor bekommst Du leihweise ein Polygraphie-Gerät in einem kleinen Koffer mit nach Hause, denn die Untersuchung führst Du selbst durch. Der behandelnde Arzt erklärt Dir das genaue Vorgehen des Verfahrens. Die Auswertung der Daten und Möglichkeiten der Therapie erfolgen dann wieder in der Praxis beim Arzt oder bei einem speziell ausgebildeten Schlafmediziner.

Bei der Handhabung der Polygraphie kannst Du eigentlich nichts falsch machen. Abends, wenn Du Dich zum Schlafengehen vorbereitest, legst Du die Elektroden des Gerätes so an, wie es Dir erklärt wurde. Den Rest erledigt dann das Polygraphie-Gerät. Es registriert Deinen Atemfluss und mögliche Atempausen, Atembewegungen von Brust und Bauch, den Sauerstoffgehalt des Blutes, Herzschlag und Rhythmus, Schnarchgeräusche und Deine Liegeposition während des Schlafs.

Überweisung an eine Klinik oder ein schlafmedizinisches Zentrum

Bestätigt das kleine Schlaflabor die Verdachtsdiagnose einer obstruktiven Schlafapnoe, Narkolepsie oder das Restless-Legs-Syndrom, überweist Dich der Arzt für eine abschließende Untersuchung in ein Schlaflabor. Das Verfahren wird entweder in einer Klinik oder in einem schlafmedizinischen Zentrum durchgeführt.

Polygraphie in 4 Schritten

  1. Du erhältst leihweise ein Polygraphie-Gerät, dass Du nach einer Einweisung mit nach Hause nimmst
  2. Vor dem Schlafen platzierst Du das Gerät am Bett und bringst die Elektroden an Kopf und Körper an
  3. Das Gerät misst selbstständig Atembewegungen, Atemfluss, Sauerstoffgehalt im Blut, Schlafposition und Schnarchgeräusche
  4. Die Auswertung der Polygraphie findet beim Arzt statt

Polysomnographie: Messwerte, Körperfunktionen und Aktivitäten aus dem großen, stationäres Schlaflabor

Für eine Polysomnographie musst Du Dich für ein oder zwei Nächte in eine Klinik oder in ein schlafmedizinisches Zentrum begeben. Dort wird bei Patienten mit Schlafstörungen der Schlaf stationär überwacht. Die Polysomnographie erfasst dabei alle körperlichen Funktionen während des Schlafs und alle Daten werden im Anschluss ausgewertet, damit die Diagnose der Schlafstörung gestellt werden kann.

Durch eine stationär durchgeführte Polysomnographie, können im Vergleich zum kleinen Schlaflabor, noch weitere, genauere und umfangreichere Parameter gemessen werden, die eine präzisere Diagnose möglich machen:

Folgende Messwerte, Körperfunktionen und Aktivitäten werden im großen Schlaflabor gemessen:

  • Hirnströme (Elektroenzephalografie, EEG)
  • Augenbewegungen zur Erfassung des REM-Schlafs (Elektrookulographie, EOG)
  • Herzfrequenz und Herzrhythmus (Elektrokardiographie, EKG)
  • Sauerstoffgehalt im Blut
  • Atemfluss der oberen Atemwege
  • Atembewegungen im Brustkorb und Bauch
  • Schnarchgeräusche
  • Muskelspannung und Muskelaktivität (Elektromyographie, EMG)
  • Beinbewegungen
  • Liegeposition des Körpers

Durch die Polysomnographie können Verdachtsdiagnosen von Schlafstörungen bestätigt und endgültig gesichert, aber auch wieder verworfen werden, wenn die Ergebnisse anders ausfallen.

Auch können anhand der Ergebnisse Rückschlüsse auf die Schlafqualität gezogen werden. So können sich hinter einem nicht erholsamen Schlaf z.B. eine Schlafapnoe oder Restless-Legs (unruhige Beine) verbergen, die den Schlaf-Wach-Rhythmus durcheinander bringen.

Sollen andere Verhaltensauffälligkeiten im Schlaf entdeckt werden, z.B. ob der Patient auch schlafwandelt oder im Schlaf spricht, kommen zu den anderen Geräten der Polysomnographie außerdem Infrarot-Videokameras mit Mikrophon zum Einsatz.

Ankunft im stationären Schlaflabor: Das solltest Du am Tag der Untersuchung beachten

Steht eine Untersuchung im großen Schlaflabor an, kannst Du den Tag noch ganz normal verbringen und Deinen üblichen Tätigkeiten nachgehen. Erst am Abend gehst Du in das Schlaflabor, wo Dich bei Ankunft ein qualifiziertes, schlafmedizinisches Personal der Klinik oder des schlafmedizinischen Zentrums in Empfang nimmt, das Dich auch über die gesamte Untersuchung begleitet.

Zunächst zeigen sie Dir das Patientenzimmer mit eigenem Bad und TV, weisen Dich in die technischen Geräte ein und erklären den Ablauf der Untersuchung. Besteht der Verdacht, dass Du unter einer atembezogenen Schlafstörung leidest, z.B. unter dem obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom, wird Dir außerdem eine Atemmaske, ein so genanntes CPAP-Gerät (continue positive airway pressure = kontinuierliche Druckbeatmung bei der CPAP-Therapie) zur Verfügung gestellt.

Nach der Einführung kannst Du Dich für die Nachtruhe fertigmachen, Deinen Schlafanzug anziehen und Dich auf das Schlafen vorbereiten. Im nächsten Schritt wird Dir das Personal verschiedene Sensoren und Elektroden anlegen, damit alle Funktionen, z.B. Atmung und Kreislauf, während des Schlafs gemessen werden können. Die Verkabelung schränkt Dich nicht stark ein. Musst Du in der Nacht einmal aufstehen und das Bett verlassen, kannst Du das problemlos erledigen.

Wie lange dauert der Aufenthalt im Schlaflabor?

Die Untersuchung im Schlaflabor erfolgt an ein oder zwei Tagen. An den Tagen erscheinst Du erst zum Abend im Labor und bleibst dort auch nur über Nacht. Steht bei Dir am nächsten Morgen ein früher Termin an, sagst Du dem schlafmedizinischen Team abends Bescheid, dass sie Dich rechtzeitig aufwecken.

Was benötige ich für den Aufenthalt im Schlaflabor?

Viel benötigst Du nicht für die Nacht in der Klinik: Stelle Dir einfach vor, Du würdest über das Wochenende wegfahren und in einem Hotel übernachten. Dafür packst Du eine kleine Tasche mit einem Schlafanzug, einem Morgenmantel, Hausschuhe, frische Wäsche für den nächsten Tag sowie Deine persönlichen Medikamente, Hygiene- und Pflegeprodukte in einem Waschbeutel.

Welche Regeln muss ich noch beachten?

Bevor Du für ein oder zwei Nächte in ein Schlaflabor gehst, solltest Du unbedingt tagsüber auf gewisse Dinge achten: Verzichte ab 14.00 Uhr auf koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, Cola oder schwarzen Tee und vermeide einen Mittagsschlaf.

Deine Haare sollten frisch gewaschen und trocken sein, schließlich sollen die Elektroden für das Schlaf-EEG am Kopf gut halten und alles vernünftig aufzeichnen. Deshalb verwende auch kein Haarspray, Haar-Gel oder andere Produkte für die Haare.

Informiere in der Regel auch Ärzte und Personal über andere Erkrankungen und Medikamente, die Du einnimmst. Es könnte sein, dass gewisse Arzneien vor der Nacht im Schlaflabor abgesetzt werde müssen.

Schlaflabor: So verläuft die Untersuchung in der Nacht

Wie die schlafmedizinische Untersuchung abläuft und wie lange der Aufenthalt in der Schlafklinik dauert, kann sich je nach Krankenhaus oder schlafmedizinischem Zentrum leicht unterscheiden. Typischerweise erscheinen Patienten am frühen Abend im Schlaflabor. Nachdem Dir nach Ankunft der genaue Ablauf durch das Team erklärt wurde und Du in das Zimmer „eingecheckt“ bist, bereitest Du Dich auf die Bettruhe vor.

Im nächsten Schritt wirst Du bzw. Dein Körper vom Personal mit Elektroden und Sensoren „verkabelt“ und an die Messgeräte angeschlossen. Je nach Lokalisation der Elektroden und Sensoren übernehmen sie folgende Funktionen:

  • Elektroden am Kopf: Überwachung der Hirnströme, Augenbewegungen und Muskelaktivität des Kiefers
  • Elektroden am Brustkorb: Aufzeichnung der Herzfrequenz und des Herzrhythmus
  • Dehnungssensoren um Brust und Bauch: Messung der Atembewegung
  • Sensor am Brustkorb: Registrierung der Körperlage
  • Sensor zwischen Mund und Nase: Messung des Atemflusses bei möglichen nächtlichen Atemaussetzern
  • Sensor am Zeigefinger und Ohrläppchen: Messung Sauerstoffgehalt im Blut
  • Elektroden an beiden Unterschenkeln: Erfassung von Beinmuskelbewegungen bei periodischen Beinbewegungen
  • Elektrode und Mikrofon am Kehlkopf: Aufzeichnung von Schnarchen

Alle Elektroden und Sensoren zeichnen die verschiedenen Körperfunktionen während der gesamten Nacht auf. Bei Verdacht auf Verhaltensauffälligkeiten werden für eine Videoüberwachung zusätzlich Infrarot-Videokameras installiert.

Kannst Du im Schlaflabor unter der Verkabelung überhaupt schlafen?

Es ist schwer vorstellbar, aber doch möglich, in einem Schlaflabor mit der Verkabelung am gesamten Körper zu schlafen. Im ersten Moment wird das von vielen Patienten zwar als störend empfunden, sie gewöhnen sich aber relativ schnell daran.

Auch vermitteln die Umgebung und der Schlafraum eine angenehme, freundliche Atmosphäre zum Wohlfühlen. Ein Labor im Sinne von kaltem Neonlicht und weißen Kacheln an den Wänden suchst Du in einer Schlafklinik vergeblich. Der Großteil der technischen Geräte befindet sich außerdem in einem Nebenraum.

War die Untersuchung in der Schlafklinik umsonst, wenn Du nachts schlecht geschlafen hast?

Die Nacht in einem Schlaflabor ist immer eine besondere Situation, weil Du in einer fremden Umgebung schlafen musst und Du wahrscheinlich auch sehr aufgeregt bist. Von daher wird sich Dein Schlaf von anderen Nächten im eigenen Schlafzimmer und Bett unterscheiden. Das beeinträchtigt aber nicht die Untersuchungsergebnisse der Polysomnographie.

Schlaflabor: Gibt es Risiken und Komplikationen?

Die gute Nachricht: eine Untersuchung im Schlaflabor bereitet keine Schmerzen. Durch die Umgebung in der Klinik oder in einem schlafmedizinischen Zentrum und durch die Verkabelung wird der Schlaf nicht so sein, wie Zuhause im heimischen Bett, aber es wird auf Bequemlichkeit und Bewegungsfreiheit geachtet. Auch die Unterbringung in einem Einzelzimmer sorgt für entsprechende Ruhe.

Wie geht es nach der Untersuchung im Schlaflabor weiter?

Hast Du die Untersuchung im Schlaflabor erfolgreich abgeschlossen, wertet das schlafmedizinische Personal alle Daten der verschiedenen Körperfunktionen aus. Dann folgt ein Termin zur Nachbesprechung der Ergebnisse.

Das Gespräch sollte unbedingt persönlich mit Deinem behandelnden Arzt oder Schlafmediziner stattfinden, der Dir auch die Überweisung ins Schlaflabor ausgestellt hat. Ein Gespräch am Telefon eignet sich nicht, weil die Untersuchungsergebnisse der Polysomnographie sehr komplex sind und eine mögliche Schlafstörung ausführlich erklärt werden muss.

Auch kann in einem persönlichen Gespräch das weitere Vorgehen der Behandlung in Ruhe besprochen und Fragen geklärt werden, welche Therapien für Dich in Frage kommen und ob weitere Untersuchungen, auch zur Kontrolle des Behandlungsverlaufs, erfolgen müssen.

Leidest Du z.B. unter einer starken Tagesmüdigkeit durch eine Schlafstörung, kommen im Beriech der Schlafmedizin weitere Untersuchungen zum Einsatz: der Multiple-Wachbleibe-Test (MWT) und der Multiple Schlaflatenz-Test (MSLT).

Was ist ein multipler Wachbleibe-Test (MWT)?

Steht bei Patienten mit Schlafstörungen eine ausgeprägte Tagesschläfrigkeit im Vordergrund, wodurch das Unfallrisiko bei der Arbeit oder im Straßenverkehr erhöht ist, wird eine weitere Untersuchung im Schlaflabor nötig: der so genannte Mehrfach-Wachbleibe-Test oder Multiple-Wachbleibe-Test.

Der Test misst den Grad Deiner Schläfrigkeit, also den Schlafdruck, der Dich tagsüber regelmäßig einnicken lässt, Deinen Alltag durcheinander bringt und Deine Lebensqualität einschränkt.

Nachdem Du die Nacht im Schlaflabor verbracht hast, geht es am nächsten Tag gleich weiter: Bei diesem Test bleibt die Verkabelung von Kopf und Körper gleich, die Untersuchung findet diesmal aber im Sitzen statt und zwar in Intervallen von zwei Stunden.

In den zwei Stunden sollen Patienten versuchen, nicht nach kurzer Zeit zwischendurch einzuschlafen. Wenn das doch passiert werden sie vom Personal sofort wieder geweckt.

Inwieweit Patienten wachbleiben können und wie schnell sie doch zwischendurch wieder einnicken, gibt Ärzten und Schlafspezialisten wichtige Informationen zur Beurteilung der Schläfrigkeit und des Schlafdrucks.

Was ist ein multipler Schlaflatenz-Test (MSLT)?

Der so genannte Mehrfach oder Multiple Schlaflatenz-Test läuft ähnlich wie der Multiple Wachbleibe-Test ab. Nach der nächtlichen Untersuchung in der medizinischen Klinik erfolgt dieser Test am nächsten Tag, um die Schläfrigkeit und Verzögerung beim Einschlafen von Patienten festzustellen.

Am Kopf und Körper werden ebenfalls wieder Elektroden und Sensoren angebracht, wie bei den anderen Verfahren auch.

Die Untersuchung findet jedoch nicht wie beim Mehrfach-Wachbleibe-Test im Sitzen, sondern wieder im Liegen in einem Bett statt. Bei diesem Test sollen Betroffene über den gesamten Tag alle zwei Stunden versuchen, einzuschlafen. Das Einschlafen sollte innerhalb von 20 Minuten erfolgen.

Die Elektroden und Sensoren messen dann, wie lange es dauert, bis Patienten wirklich eingeschlafen sind und welche Schlafphasen sie dabei erreichen. Auf diese Weise kann das Ausmaß der Tagesschläfrigkeit ermittelt werden.

Bei der Erkrankung Narkolepsie wird z.B. die Phase des REM-Schlafs, die wichtige Traumphase, viel zu früh erreicht. Bei der Narkolepsie handelt es sich um eine neurologische Erkrankung, bei der Betroffene tagsüber permanent Einschlafen. Deshalb wird die Narkolepsie umgangssprachlich auch „Schlafsucht“ genannt. 

Wo finde ich ein Schlaflabor in meiner Nähe?

Du bist auf der Suche nach einer Schlafklinik in Deiner Stadt, weil Dein HNO-Arzt Dir eine Überweisung für eine Untersuchung im Schlaflabor ausgestellt hat?

Im Internet findest Du auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) eine Liste aller akkreditierten Schlaflabore, d.h. alle anerkannten schlafmedizinischen Zentren in Deutschland.

In der Suchfunktion kannst Du ein Schlaflabor in Deiner näheren Umgebung suchen: www.dgsm.de/schlaflabore_liste.php

In den Leitlinien der DGSM wird außerdem ausführlich beschrieben, wie das diagnostische Vorgehen bei Schlaflaboruntersuchungen abläuft.